Was ist Shoyu Ramen?
Shoyu (醤油) heißt Sojasauce. In Japan sortieren Ramen-Köche ihre Suppen nach der Würze: Shoyu, Shio (Salz) und Miso. Tonkotsu kommt als vierte Sorte dazu und meint die trübe Brühe aus Schweineknochen. Shoyu Ramen gilt als die älteste Sorte, die ersten Ramen-Läden in Tokio servierten sie Anfang des 20. Jahrhunderts. Typisch sind eine klare Brühe aus Huhn, oft mit Dashi, und gewellte, mittelstarke Nudeln.
Shoyu Ramen oder Miso Ramen?
Du erkennst beide Sorten an der Brühe. Shoyu Ramen bleiben klar und dunkelbraun, die Sojasauce bringt Salz und Röstaromen. Miso Ramen sind trüb, die fermentierte Bohnenpaste macht die Brühe dicker und nussiger. In Sapporo kommen Butter und Mais dazu. Zum Vergleich kochst du die Miso Ramen mit Chashu und eingelegtem Daikon.
Brühe und Tare
Die Rezeptkarte würzt die Brühe direkt im Topf mit Sojasauce und Mirin. Das geht schnell und reicht für einen Abend. Ramen-Köche mischen dafür eine Tare, eine konzentrierte Würzsauce, und geben 30 bis 40 ml davon in jede leere Schüssel, bevor die Brühe dazukommt. So salzt du jede Schüssel gleich, und übrige Brühe bleibt ungewürzt für andere Gerichte. Ein Rezept findest du unter Shoyu Tare, die Unterschiede der Sorten im Artikel Ramen-Tare. Als Brühe nimmst du gekaufte Hühnerbrühe ohne Hefeextrakt oder kochst eine Tori Chintan selbst.
Hähnchen-Chashu statt Schweinebauch
Klassisches Chashu ist gerollter Schweinebauch, der 2 bis 3 Stunden schmort. Hähnchen gart in 20 bis 30 Minuten. Nimm Keulen ohne Knochen, sie bleiben saftig. Brust trocknet schneller aus. Prüf sie nach 15 Minuten mit einem Thermometer, bei 72 °C im Kern ist sie gar. Schneid das Fleisch erst kalt in dünne Scheiben. Den übrigen Schmorsud nutzt du als Marinade für Eier: Leg geschälte, weich gekochte Eier über Nacht hinein, so entstehen Ajitsuke Tamago.
Nudeln, Toppings und häufige Fehler
Zu Shoyu Ramen passen mittelstarke, gewellte Nudeln aus dem Kühlregal im Asia-Laden. Koch sie in einem eigenen Topf mit viel Wasser. In der Brühe geben sie Stärke ab und trüben sie. Wärm die Schüsseln mit heißem Wasser vor, dann bleibt die Suppe bis zum letzten Löffel heiß. Neben Pak Choi passen Menma, also marinierte Bambussprossen, ein Blatt Nori und Frühlingszwiebeln. Für Schärfe gibst du Chiliöl an den Rand.
Häufige Fehler
- Brühe sprudelnd gekocht: Kocht die Brühe stark, wird sie trüb und fettig. Halte sie knapp unter dem Siedepunkt.
- Zu viel Sojasauce: Würz in kleinen Schritten und probier nach jedem Löffel. Dunkle chinesische Sojasauce färbt die Suppe schwarz, nimm japanische Shoyu.
- Nudeln zu lange gekocht: Zieh sie 30 Sekunden vor Ende der Packungszeit heraus, in der heißen Brühe garen sie weiter.
Mit Rindfleisch statt Huhn
Eine Fassung mit Rinderbrühe und Rindfleisch findest du im Rezept für Rindfleisch-Ramen im Shoyu-Stil. Rinderbrühe schmeckt kräftiger und dunkler als Hühnerbrühe und braucht mehr Zeit. Die Hähnchen-Version hier eignet sich für den Einstieg und für Tage, an denen du rund 2 Stunden Zeit hast, die Marinierzeit eingerechnet.



